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Denkmuster / Wahrnehmungsmöglichkeiten / Vom Denken zum Handeln

Dipl. Mentaltrainer Alois Strobl, MBA, MAS

Februar 2010

Überprüfen der eigenen Denkmuster

Durch die Überprüfung der eigenen Denkmuster wird die persönliche Auseinandersetzung mit den eigenen Verhaltensmustern ermöglicht, um die individuelle Reaktion zu reflektieren und in eine Handlungsorientierung zu kommen, und der Umgang mit (fehlender) Routine etabliert.

Drei Denk- (Grund) -muster in der Theorie auch Wirkfaktoren genannt:

Die Auseinandersetzung mit den Wirkfaktoren soll den Trainierenden helfen die positiven (unterstützenden) wie auch die negativen (blockierenden) Denkmuster sichtbar zu machen. Erst durch das Erkennen der eigenen Denkmuster besteht die Möglichkeit sich konstruktiv damit auseinander zu setzen. Drei Wirkfaktoren werden genannt: 1. Dauer: Ausdehnung von Ereignissen in die Zukunft oder zeitliche Begrenzung. 2. Geltungsbereich: Da heißt welche Größe / Stärke misst man diesem zu - (aus der Mücke einen Elefanten machen) und 3. Personalisierung: Inwieweit sieht man die Ursache in der eigenen Person (die Schuld für das Eintreten bei sich selbst suchen)

Die Wirkfaktoren in unseren Denkmustern zeigen uns, wie unsere Konstruktiven und Positiven Gedanken, in unserem Leben und unserer Gesundheit starken Einfluss haben!

Umgang mit fehlender Routine

Die Psycho- Logik der Routine: Die Experten leben von Ihrer kompetenten Routine, es sind oftmals Kernmerkmale der Professionalität, die Passagiere, Klienten oder Patienten als so beruhigend und entlastend erleben und schätzen. Was aber nun, wenn diese nicht oder nur mehr eingeschränkt gefordert oder gebraucht wird? Etwas Neues muss entstehen – die Erinnerung an die mühsame Schaffung von Routine lähmt so manchen. (Vgl. Gut sein wenns drauf ankommt, Seite 13 ff, Eberspächer 2008)

Aus dem Rahmen fallen

Jeder Mensch hat sich seinen eigenen Rahmen ausgesucht und bewegt sich in ihm – beispielsweise Beruf, Freunde, Lebensstandart und natürlich die Lebenseinstellung. Einmal einen Rahmen gefunden, wollen viele diesen nicht mehr verlassen, wollen partout nicht aus dem Rahmen fallen. Viele haben sich an Ihre Grenzen und Ihre Fehler gewöhnt, lieben Ihre Schwächen mehr als Ihre Stärken. Dies ist mitunter ein Grund der Verwirrung und des Schocks. (Mentaltraining Der Weg zur Freiheit, Enkelmann 2004)

 

Überprüfen der eigenen Wahrnehmungsmöglichkeiten

Das Überprüfen der eigenen Wahrnehmung (-smöglichkeiten) bedingt auch ein bewusstes Einlassen auf ein fremdes (beteiligtes) Sinnessystem.

Im Umgehen mit fremden Sinnessystemen ergibt sich die Reflexionsfrage; mit welcher Selbstverständlichkeit oftmals davon ausgegangen wird, dass die Sinnessysteme unserer Mitmenschen ähnlich unserer aufgebaut sind und, dass Werte, Vorlieben und Ziele entsprechend kongruent sind!

Als Beispiel möchte ich hier die Dreischrittregel (der Kommunikation) anführen:

In unserer tagtäglichen Kommunikation passiert der „Innere 3-Schritt“ innerhalb von Sekundenbruchteilen. Wir nehmen eine Situation wahr, interpretieren Sie in irgendeiner Weise (je nachdem, ob wir bereits Erfahrungen mit ähnlichen Situationen gemacht haben oder nicht), haben gleichzeitig ein Gefühl dazu und agieren entsprechend.

Wahrnehmen
Interpretieren
Verhalten
Fühlen

Dabei wird oftmals völlig außer Acht gelassen, dass es noch viele andere Möglichkeiten gibt, eine Situation wahrzunehmen, sie zu interpretieren und Gefühle zu entwickeln. Dass es also auch viele andere Möglichkeiten gibt, zu handeln!

Was kann nun getan werden, um diesen spontan ablaufenden Inneren 3-Schritt zu unterbrechen?

- Bewusster Stopp: „Gewissenserforschung“ Was nehme ich wahr, was interpretiere ich, was fühle ich?

- Achtsamer Umgang mit Gefühlen, welche Bedürfnisse stecken dahinter?

- Nachfragen, was ist wie gemeint?

Erst nach der Auswertung von nachvollziehbaren Daten oder Messgrößen sind eine Diagnostik und damit oftmals auch eine Interpretation möglich.

 

Vom Denken zum Handeln
(Vgl. Michael Draksal, Mit mentaler Wettkampfvorbereitung zum Erfolg, 2007)

Ein Modell der Auseinandersetzung mit der „maximalen“ Konzentration. Das Konzentrationsmodell stammt von Kuhl (1994) und unterscheidet zwei grundsätzlich verschiedene Typen.

Man kann grübeln, nachdenken, die Lage checken – dieser Zustand wird Lageorientierung genannt.

Oder man hört mit dem Grübeln & Zweifeln auf und handelt – dieser Zustand wird Handlungsorientierung genannt

Es gibt Situationen, in welchen nachgedacht werden muss, um die richtige Entscheidung vorzubereiten:

- über die Strategie nachdenken

- eine kurze taktische Überlegung

- aus Fehlern lernen

Es gibt aber auch Situationen, da ist es besser mit dem Grübeln aufzuhören, und aktiv zu werden:

- den Fehler abhaken und nun den nächsten Versuch angehen

- geplante Vorsätze in die Tat umsetzen, etwas durchziehen

- den Endspurt starten

oben genanntes Modell bezieht sich primär auf die Geschwindigkeit wie schnell eine Information verarbeitet und eine Entscheidung getroffen werden soll.

Wie aber ist die „richtige“ Orientierung zu finden? Als Beispiel um in die Lageorientierung zu kommen: Stehen bleiben, Augen schließen und sich fragen: Was mache ich hier eigentlich? Den Atem senken, oder um in die Handlungsorientierung zu kommen: Gedankenstopp: Innerlich oder mit lauter Stimme STOPP! sagen und alle Grübelei beenden; Augen auf die anstehende Aufgabe lenken und (psychisch wie auch physisch) aktiv werden; sich bewegen.

Alois Strobl www.bast.or.at