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Die Bedeutung von Werten

Haben Sie sich für das neue Jahr auch etwas vorgenommen? Gute Vorsätze formuliert?

Dann scheint Ihnen gerade wieder etwas wichtig geworden zu sein. Sie haben einen Wert wieder oder neu entdeckt und wollen diesen nun in den Vordergrund stellen.

Sie wollen aufhören zu rauchen? Dann scheint Ihnen der Wert „Gesundheit“ im Moment wieder sehr wichtig zu sein oder aber Sie wollen einfach das Geld für die Zigaretten sparen, dann könnte der Wert „Geld“ grade wichtig sein.

Werte sind für unsere Entscheidungen sehr wichtig und häufig auch die Grundlage für unsere Entscheidungen. Werte haben wir bereits in der Kindheit gelernt bzw. beigebracht bekommen. Wir haben gerade als Kind nicht immer Einfluss auf die Werte, die wir vermittelt bekommen. Unsere Umgebung, seien es die Eltern, Verwandte, Freunde, Lehrer oder Andere prägen uns oft unbewusst, ohne dass wir es mitbekommen. Dies hat zur Folge, dass wir uns unserer Werte oftmals gar nicht mehr bewusst sind. Wir entscheiden nicht nur bewusst, was wir tun, sondern häufig auch unbewusst, geprägt durch unsere Werte.

Werte können persönliche Werte (z.B. Vertrauen, Freundschaft, Freiheit) materielle Werte (z. B. Geld, Haus), geistige Werte (z.B. Wissen), religiöse Werte (z.B. Glaube, Frieden) oder sittliche Werte (z.B. Treue) sein.

Wichtig ist dabei, dass es eigentlich keine richtigen oder falschen Wertvorstellungen gibt, da Werte immer etwas Individuelles sind. Dennoch sind Werte häufig die Grundlage  für ein harmonisches, gemeinsames Zusammenleben. Werte dienten auch zur Grundlage vieler Gesetze, Normen oder Vorschriften.  Wenn unsere eigenen Werte mit den Werten der Anderen übereinstimmen, dann bedeutet dies, dass wir mit diesen Menschen gut zusammenleben können. Dies sieht man auch im Sport sehr gut. Eine Mannschaft in der alleSpieler das gleiche Ziel haben und dies mit den jeweils eigenen Werten übereinstimmt, wird auch erfolgreich spielen. Ist mir als Spieler z.B. wichtig, dass ich von meinen Mitspielern Anerkennung erhalte, diese mir aber immer nur sagen was ich falsch mache und mich nie loben, wenn mir etwas gelingt, dann tritt zwangsläufig ein Wertekonflikt auf und der wird mich dann blockieren bzw. wird meine Leistung dann stagnieren bzw. sich sogar verschlechtern.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Wertvorstellungen stark gewandelt. Materielle Werte sind immer stärker in den Vordergrund geraten. Häufig geht es nur noch um Profite und Erfolge. Dies zeigt sich besonders in der Wirtschaft. Führungskräfte handeln nur noch nach Erfolgsprinzipien. Nur wenn ich als Führungskraft meine Produktion bzw. Umsatz von Jahr zu Jahr steigere, bin ich erfolgreich. Diese Aussage treffen viele Führungskräfte mittlerweile.  Was hat diese Einstellung mit den Werten der einzelnen Mitarbeiter zu tun? 

Meistens gar nichts. Deshalb kommt es immer mehr zu Wertekonflikten zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Die Werte der Mitarbeiter werden nicht mehr befriedigt und dies führt dann leider auch zu mentalen und körperlichen Problemen. Burnout ist nur eine der Folgen, die immer häufiger auftritt. 


Der Wirtschaftsprofessor Dr. Burkhard Schwenker, Vorsitzender des Aufsichtsrates Roland Berger Strategy Consultants, sagte einmal:

"Die Rückbesinnung auf Werte ist heute für Manager unverzichtbar. Wer in unserer individualisierten Gesellschaft erfolgreich führen will, muss Prinzipien mit einem „über individuellen“ Geltungsanspruch vorleben. Nur wenn an der Spitze der Unternehmen Werte wie Integrität, Verantwortungsbereitschaft und Engagement glaubwürdig verwirklicht werden, kann der in Deutschland dringend nötige Stimmungswandel hin zu mehr Optimismus und mehr Vertrauen gelingen: Wettbewerb für mehr Dynamik und Eigenverantwortung für die Starken muss sich paaren mit Hilfsbereitschaft, Respekt und Toleranz. Nur eine Gesellschaft, die weiß, woran sie glaubt, kann die Kraft aufbringen, die Zukunft zu gestalten."

Wann haben Sie sich zuletzt mit Ihren eigenen Werten auseinander gesetzt? Sind Sie sich Ihrer Werte wirklich bewusst? Wenn Sie immer wieder Situationen erleben, in denen Sie sich nicht wohl fühlen,  dann kann dies an innerlichen Wertekonflikten liegen. Finden Sie keine Motivation für bestimme Dinge? Dann liegt auch hier die Ursache evtl. in einem Wertekonflikt.

Wer seine Werte kennt und weiß, was diese für Ihn bedeuten, der sollte bzw. wird seine Entscheidungen auf Grundlage dieser Werte treffen. Der wird schnell feststellen, ob die Ziele die er hat, auch lohnenswert sind. Der wird Ziele dann so definieren können, dass er diese auch erreicht.

Natürlich ändern sich Werte im Laufe des Lebens. Änderungen  in unserem  persönlichen Umfeld, in der Familie oder im Beruf, haben immer auch Einfluss auf unsere Werte und deren Wichtigkeit. Ein Mensch, der eine schwere Krankheit durchlebt hat, ändert häufig die Wichtigkeit seiner Werte. Stand zuvor vielleicht die Arbeit im Vordergrund, wird es jetzt häufig die Familie und Freunde sein. Viele Menschen berichten hinterher, dass Ihnen jetzt erst bewusst wurde, wie schnell das Leben vorbei sein könnte und fangen jetzt an, ein neues Leben zu führen. Ihre Werte bzw. deren Wichtigkeit haben sich geändert. 

Werte sind also ein zentraler und sehr wichtiger Teil unseres Lebens. Machen Sie sich Ihre eigenen Werte immer wieder bewusst und Sie werden sehen, welch positiven Effekt dies auf Ihr Leben hat.

Stefan Honscha

Dipl. Mentaltrainer