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Burn Out – Im wahrsten Sinne des Wortes „AUSGEBRANNT“

 

Burnout-Gefährdung ist ein Prozess mit vielen Gesichtern, der sich über Jahre ziehen kann. Die wenigsten Betroffenen wollen es wahr haben und strengen sich noch mehr an – bis irgendwann gar nichts mehr geht.

In der wissenschaftlichen Fachliteratur gibt es unterschiedliche Definitionen des Begriffs Burnout.

Unter dem Burnout-Syndrom wird ein Zustand des seelischen, geistigen und körperlichen Ausbrennens verstanden. Burnout entwickelt sich langsam über einen Zeitraum von andauerndem Stress, übermäßigem Energieeinsatz und persönlicher Überforderung. Die Ursachen dafür sind vielfältig und kommen von innen und außen: berufliche, private und gesellschaftlich bedingte Auslöser bewirken den Burnout-Prozess und verstärken sich gegenseitig. Burnout führt schließlich zur massiven Beeinträchtigung der persönlichen Motivationen, der Einstellungen und des gesamten Verhaltens. Motivation und Freude an der Arbeit und am Leben gehen dabei immer mehr verloren. (Quelle: Herbert Freudenberger)

Die Ursachen von Burnout liegen im Wesentlichen nicht in den Persönlichkeitszügen der Betroffenen, sondern in den wirksamen und strukturellen Merkmalen von ungünstigem Umfeld bei der Arbeit. Drei weitere Komponenten beeinflussen den Verlauf von Burnout: emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierte persönliche Leistung.

Die 12 Burnout-Stufen von Freudenberger:
• Der Zwang, sich zu beweisen
• Verstärkter Einsatz
• Subtile Vernachlässigung der einen Bedürfnisse
• Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen
• Umdeutung von Werten
• Zunehmende Leugnung der auftretenden Probleme
• Rückzug
• Deutlich beobachtbare Verhaltensänderungen
• Depersonalisation/Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit
• Innere Leere
• Depression
• Völlige Erschöpfung


Zu den Faktoren, die die Entstehung des Burnout begünstigen, zählen beispielsweise:

+ Mangel an positivem Feedback

+ Fokussierung auf Klientenprobleme

+ gehäufte chronische und schwer zu beeinflussende Probleme

+ Normen eines guten Helferverhaltens

+ übertriebene Involviertheit

+ Hierarchieprobleme

+ administrative Zwänge

+ schlechte Teamarbeit

+ Druck von Vorgesetzten

+ schlechte Arbeitsorganisation

+ mangelnde Ressourcen (Personal, Finanzmittel)

+ problematische, institutionelle Vorgaben und Strukturen

(Quelle: Maslach, 2001)


Burnout ist einen Zustand der Erschöpfung und Frustration, verursacht durch unrealistische Erwartungen. Es ist ein Energieverschleiß, eine Erschöpfung aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von außen – durch Familie, Arbeit, Freunde, Liebhaber, Wertesysteme oder die Gesellschaft- kommen kann und einer Person Energie, Bewältigungsmechanismen und innere Kraft raubt. Burnout ist ein Gefühlszustand, der begleitet ist von übermäßigem Stress, und der schließlich persönliche Motivationen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt. (Quelle: Freudenberger, 1994, Seite 27)

Eine aktuelle Definition der Burnout-Krise besagt, dass im Falle einer Burnout-Krise die psychische Belastbarkeit bereits im mittleren Berufsalter abnimmt. Menschliche Überforderung und Enttäuschungen führen zu emotionaler Erschöpfung und Resignation. Der phasische Verlauf kann bis zur Entfremdung von sich selbst und zu völligem Rückzug von anderen Menschen führen und in Depressionen und körperliche Erkrankungen münden. (Quelle: Müller, 2004, Seite 18)

Warnsymptome für das Burnout-Syndrom:
In der Anfangsphase der Entstehung eines Burnout-Syndroms gibt es charakteristische Merkmale für die Entstehung. Zu diesen Anfangssymptomen des Burnout-Syndroms gehören beispielsweise:

+ extremes Engagement für ein bestimmtes Ziel / bestimmte Ziele

+ Hyperaktivität

+ chronische Müdigkeit und körperliche sowie geistige Erschöpfung

+ praktisch pausenloses Arbeiten, sodass es zum wichtigsten Lebensinhalt wird

+ Verzicht auf Urlaub aber auch Erholungsphasen und Entspannungsphasen

+ die Menschen fühlen sich unentbehrlich und vollkommen

+ Burnout-Gefährdete sind oft bei Kollegen durch ihr Verhalten unbeliebt

+ Die Menschen ignorieren (zunehmend) ihre eigenen Bedürfnisse

+ möglicherweise Gewichtsabnahme und Mangelerscheinungen durch unzureichende Ernährung bei gleichzeitig erhöhtem Bedarf

+ verdrängen von Misserfolgen und gegebenenfalls andere dafür verantwortlich machen

+ Beschränkung von sozialen Kontakten auf den Arbeitsbereich – private Kontakte verarmen oder werden vermieden, auch zum Lebenspartner und gegebenenfalls Kindern und anderen Verwandten

+ Ablenkung (bis hin zur Sucht) in Alkohol (Alkoholismus), Spielen (Spielsucht), Drogen aber auch Internet- und Computeraktivitäten und Sex (Sexsucht)

+ Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen (Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen)

+ Drehschwindel und Neigung zu Tinnitus

+ Angstzustände

„Vergleiche dich nicht! Du bist einzigartig in deiner Art – und genauso bist du okay. Du musst niemandem etwas beweisen. Weder durch das, was du dir leisten kannst, noch durch das, was du leistest. Und schon gar nicht dadurch, dass du die Grenzen deiner Leistungsfähigkeit missachtest, die du nun einmal hast, und die ganz wichtig für dich und deine Gesundheit sind!“

Die Diagnosestellung ist nicht einfach und sollte von Experten vorgenommen werden. Nach der Diagnose des Burnout-Syndroms erfolgt die Therapie. Dafür steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Aber neben der Therapie gibt es auch Möglichkeiten, für Menschen, die unter einem beginnenden Burnout leiden, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Diese Maßnahmen finden auch in der Burnout-Therapie durch Experten häufig Anwendung und haben sich bestens in der Therapie und Prophylaxe des Burnouts bewährt.

 

- Stressquellen und Energiefresser identifizieren und ihnen konstruktiv begegnen

- sofortige Umstellung negativer Lebensumstände

- kein Überengagement mehr

- Vermeidung von Isolation (Burnout – Betroffenen sind oftmals Einzelgänger) und Kontakt mit dem sozialen Umfeld durch

     o sportliche und freizeitliche Aktivitäten

     o strikte Trennung von Arbeit und Privat

     o zeitweises Abstellen des Telefons

     o kein Internet

- mindestens 7 – 8 Stunden Schlaf pro Nacht

- Gebrauch des Wortes „NEIN“

- Delegieren Sie Aufgaben

- Legen Sie Kreativpausen ein

- Entspannungstechniken durchführen

     o Autogenes Training

     o Yoga

     o Thai Chi

     o Chi-Gong

     o Meditation

 

Leichtes Ausdauertraining wirkt sich generell positiv auf den Energiehaushalt aus (z. B. Laufen, Radfahren, Schwimmen) und wirkt antidepressiv. Zwei bis dreimal pro Woche joggen oder walken, ins Fitnessstudio gehen oder eine halbe Stunde mit dem Fahrrad fahren sollte schon ausreichen, um den Organismus auf Vordermann zu bringen und sie bei der konstruktiven Lebenseinstellung zu unterstützen.

Aber Achtung: Überanstrengen Sie sich nicht! Ein erschöpfter Organismus kann den Kampf gegen das Burnout nur schwer aufnehmen.

Sie sollten sich weder zeitlich noch mit einem bestimmten Leistungsanspruch unter Druck setzen. Eine besondere Maßnahme zur geistigen und körperlichen Entspannung ist zusätzlich das Relaxen mit Wellness Anwendungen (Massage, Wärmekabine, Sauna usw.) Dies sind Vorgehensweisen, die der Burnout-Betroffene nach Erkennung der Symptome sofort und selbständig durchführen kann. Da aber oft Paniksituationen vorliegen, können sie sich meist selbst nicht helfen. Aus diesem Grund sind Menschen aus dem sozialen Umfeld gefragt, mit denen diese schwierige Situation besprochen werden sollte.

Achtung!

Bitte kontaktieren sie zur Erstellung einer Diagnose den Arzt ihres Vertrauens. Dieser wird weitere Schritte setzen. Mentales Training soll – allenfalls nach Rücksprache mit dem Arzt oder Therapeuten - als notwendige Unterstützung in den bereits erwähnten Bereichen gesehen werden und kann eine ärztliche Behandlung keinesfalls ersetzen!

 

Ihr Michael Deutschmann

Diplom Mentaltrainer und Sportmentaltrainer

Mental Austria